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Niereninsuffizienz bei Hunden

Ursache, Symptome und Behandlung.

Die Niere des Hundes hat eine große und vor allem wichtige Funktion im Körper. Sie ist dafür zuständig, Gifte aus dem Blut zu filtern, Salze und Wasser für den Körper zurück zu gewinnen, wie auch den Blutdruck zu regulieren. Auch an der Blutbildung ist die Niere beteiligt. Liegt eine Nierenschwäche vor, sind diese Vorgänge gestört und es tritt eine Harnvergiftung auf, welche im Endstadium zum Tode führt.

Es gibt zwei Arten an Nierenschwäche. Zum einen die chronische Niereninsuffizienz, welche sich über Monate oder gar Jahre entwickelt. Zum anderen die akute Niereninsuffizienz, die plötzlich auftritt und durch Vergiftungen hervorgerufen wird.

Symptome einer Niereninsuffizienz
Die Symptome bei einer Niereninsuffizienz treten erst im späteren Verlauf der Krankheit auf. Anfangs bemerkt der Besitzer nicht, dass der Hund an einer Nierenschwäche leidet. Erst wenn 2/3 der Nieren nicht mehr richtig arbeiten, werden die ersten Symptome sichtbar.

Leidet der Hund an einer chronischen Niereninsuffizienz, treten Symptome wie Gewichtsverlust, vermehrter Durst, häufiges urinieren, Entzündungen der Mundschleimhaut, Verstopfung und Appetitmangel auf. Im Endstadium führt die chronische Niereninsuffizienz, durch eine Anämie, zum Tode.

Bei einer akuten Niereninsuffizienz treten plötzlich Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Nahrungsverweigerung und Mattheit auf. Der Hund kann keinen Kot und auch keinen Urin absetzen, da dem Körper Wasser fehlt.

Ursachen einer chronischen Niereninsuffizienz beim Hund
Die Ursachen einer chronischen Niereninsuffizienz sind Entzündungen, Tumore, Nierensteine, ein erkranktes Immunsystem, Erkrankungen die angeboren sind oder Alterserscheinungen. Ebenso kann eine chronische Niereninsuffizienz ausgelöst werden, wenn der Hund in der Vergangenheit an einer akuten Niereninsuffizienz litt und diese nicht rechtzeitig behandelt wurde.

Ursachen einer akuten Niereninsuffizienz beim Hund
Eine akute Niereninsuffizienz dagegen kann durch schwere Entzündungen oder einer Blutvergiftung auftreten. Ebenso durch Bakterien, Unterkühlung, aufgenommene Giftstoffe (Frostschutzmittel, Lösungsmittel, Pestizide) und Medikamente. Leidet der Hund an einer Verstopfung der Harnröhre, zum Beispiel durch einen Stein in der Harnröhre, kann sich dadurch eine akute Niereninsuffizienz entwickeln, welche sofort behandelt werden muss.

Diagnose einer Niereninsuffizienz
Eine Niereninsuffizienz kann durch eine Blutuntersuchung, wie auch durch eine Urinuntersuchung festgestellt werden. Bei einer Blutuntersuchung werden die Konzentrationen der harnpflichtigen Substanzen Harnstoff und Kreatin gemessen. Des Weiteren werden Lunge und Herz abgehört, wie auch der Puls gemessen. Bestätigt sich der Verdacht auf eine Niereninsuffizienz, werden weitere Untersuchungen wie Ultraschall oder eine Nierenbiopsie durchgeführt.

Behandlung
Wurde beim Hund eine Nierenschwäche festgestellt, muss das noch funktionierende Nierengewebe solange wie möglich erhalten bleiben. Hierzu dienen vor allem spezielle Nierendiäten, welche so schonend wie möglich zusammengesetzt sind, dass die Niere kaum belastet wird. Darunter gehört zum Beispiel Futter mit wenig, dafür aber sehr hochwertigen Eiweiß, wie auch Nahrung mit wenig Salz. Da der Hund mehr trinken muss, sollte stets frisches Trinkwasser bereitstehen, da das Tier sonst austrocknet und dies somit zur Lebensgefahr wird. Zusätzlich gibt es bestimmte Medikamente, wie ACE Hemmer, welche bei einer Niereninsuffizienz eingesetzt werden. Eine regelmäßige Kontrolle beim Tierarzt muss stattfinden, damit dieser den Verlauf beobachten und bei Verschlechterung direkt reagieren kann. Auch wenn der Besitzer merkt, dass sich der Hund verändert, sollte er sofort einen Tierarzt aufsuchen. Eine chronische Niereninsuffizienz ist nicht heilbar, dennoch gut in Griff zu bekommen. Ein Hund der daran leidet, kann in der Regel noch einige Jahre damit leben.

Eine Niereninsuffizienz ist mittlerweile die zweithäufigste Krankheitsursache, wieso Hunde sterben. Laut Studien leiden ca. 20% der Hunde über 5 Jahre an einer Nierenschwäche. Somit wird das Erkrankungsalter immer niedriger. Vor allem Cockerspaniel, Westhighland Terrier, Rottweiler, Bullterrier und unter anderem Golden Retriever erkranken häufiger an einer Niereninsuffizienz als andere Rassen. Das bedeutet aber nicht, dass andere Rassen nicht daran erkranken können. Tierhalter sollten definitiv bei den ersten Veränderungen des Hundes sofort einen Tierarzt aufsuchen und die Symptome abklären lassen. Häufig stecken dahinter harmlose Erkrankungen. Sollte der Hund aber doch an einer Nierenschwäche leiden, kann der Tierarzt sofort reagieren und eine Therapie einleiten.