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Böser Hund oder unwissender Besitzer?

Die Beziehung zwischen Hund und Mensch war schon immer eine innige.

Kampfhund oder Familienmitglied?
Die Beziehung zwischen Hund und Mensch war schon immer eine innige. Einzig die Sichtweise auf das vierbeinige Familienmitglied unterteilt die Hundebesitzer in unterschiedliche Lager. Während die moderne Hundehaltung den Caniden als vollwertiges Mitglied der Familie geradezu vermenschlicht, sind andere Halter von sehr niederen Beweggründen geleitet. Beides scheint bedenklich. Ein Hund gehört nicht in ein Bett, aber auch nicht in einen Kampfring. Problematisch wird die Hundehaltung immer dann, wenn Prioritäten in Bezug auf den Hund stark verschoben werden. Und Du ahnstes schon: Schuld ist der Mensch!

Ein Hund wird nicht böse geboren, auch seine Rasse macht ihn zu keinem Kampfhund. Der Mensch kann einen Chihuahua zu einer bösartigen Kreatur formen, dabei aber einen Pitbull als sehr friedvoll erleben. Was also ist es, das einen Hund zu einer Killermaschine mutieren lässt? Hierzu gibt es nur eine Antwort: Seine soziale Umgebung.

Anzeichen übersehen
Erst im September letzten Jahres wurde in Wien ein Kleinkind von einem Rottweiler in den Kopf gebissen. Die Ärzte kämpften 48 Stunden um das Leben des Kindes. Vergeblich. Das Medienecho in Österreich war enorm. Wie konnte so etwas passieren? Weshalb hat die Besitzerin nicht früher reagiert? Warum hatte der Hund keinen Maulkorb getragen? Es gab doch Vorzeichen… Die Besitzerin hatte ein Alkoholproblem. Die Warnsignale, die sich vor ihren Augen abspielten, hatte sie schlichtweg ignoriert. Sie wollte nicht wahrhaben, dass ihr Hund Kinder als bedrohlich empfand, diese anknurrte. Bis zu jenem verhängnisvollen Tag, an dem der Rottweiler die Leine zerriss und das Kleinkind attackierte. Der Hund wurde eingeschläfert.

Oft dient ein Hund als Partner-Ersatz oder um mit Einsamkeit und sozialer Isolation besser umgehen zu können. Der Hund ist damit aber überfordert. Er kann kein sozialer Partner auf Augenhöhe sein. Erschwerend hinzu kommt die Fehlinterpretation des Menschen in die Verhaltensweisen des Hundes. Man glaubt, die Gefühle eines Hundes sind den Emotionen eines Menschen gleich. Dabei vergessen wir aber immer, dass der Hund ja Gefühle hat, aber nicht kontrolliert. Er handelt instinktiv. Wenn er sich freut, bringt er das genau so klar zum Ausdruck, wie Angst oder Wut. Wir benutzen die Hände, um uns zu wehren, der Hund hat nur sein Maul…

Jetzt soll niemandem abgesprochen werden, ein Haustier zu halten. Doch muss es ja nicht immer gleich ein Hund sein, der unter die Kampfhundeverordnung fällt. Genau wie bei uns Menschen zeigen auch Tiere die unterschiedlichsten Charaktere: Das eine ist ängstlich, das andere freundlich. Und dann gibt es sowohl in unseren Reihen, wie auch bei den Hunden, schnell reizbare Zeitgenossen. Wer mit so einem Hund nicht umgehen kann, ist für sich und andere eine Gefahr! Das sollte bei der Anschaffung eines Welpen immer berücksichtigt werden. Es gibt erfahrene Hundeführer, die durchaus mir charakterstarken Hunden sehr gut umgehen können. Aber eine zierliche Person, die mehr oder weniger das Anhängsel am Ende der Leine ist, ist eben nicht die beste Option. Deshalb sollte man sich selbst und dem pelzigen Freund den Gefallen tun, sich nicht auf bestimmte Hunderassen zu fixieren, nur um damit anzugeben. Im Tierheim warten auch viele freundliche Mischlinge, die sich über ein liebevolles Zuhause freuen. Doch auch hier sollte der geneigte Hundefreund erst genug Informationen über den möglichen Familienzuwachs einholen; dabei auch ein paar mal einige Runden mit dem Tier spazieren gehen, um sich so ein Bild über das Verhalten des Hundes zu machen. So steht einem friedlichen Miteinander nichts im Wege.